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Lehrgang mit Michael Hull

24.02.2018 10:43 von Marcel Falk

Wie jedes Jahr fuhren Klara und ich Ende Februar zur Tanzlehrer Fortbildung nach Bad Schandau. Und wie immer haben wir bei Michael Hull viel Neues gelernt.

Tanzlehrer Fortbildung in Bad Schandau – eine Kurstadt in der sächsischen Schweiz

Er lehrt Tanz seit er selbst nach einer atemberaubenden Karriere – 10x Weltmeister, Europameister, Deutscher Meister - 1998 seine aktive Teilnahme an Wettbewerben eingestellt hat.  Michael Hull wurde sogar mit dem  Bundesverdienstkreuz für sein Engagement gegen soziale Ausgrenzung ausgezeichnet und sein Urteil war gefragt bei der RTL-Tanzshow „Let’s dance“! Hochkarätiger geht es kaum. Als guten Lehrer zeichnet ihn aus, dass der Spaß nie zu kurz kommt – und so war es auch, wie erwartet, in diesem Jahr.

Der Lehrgang fand von Dienstag, 20.02. bis einschließlich Samstag, 24.02.2018 statt. Uns dampften kräftig die Sohlen. Schließlich hatten wir drei Mal am Tag 2,5 Stunden praktischen Unterricht. Das geht schon mal an die Substanz. Vor allem Klara war als häufige „Assistentin“ für Michael besonders gefordert. Trotzdem ging abends niemand früh schlafen sondern wir nutzten das Abendessen gerne zum Austausch unserer Erfahrungen, entwickelten neue Ideen und freuten uns schon darauf, das Gelernte später weiterzutragen.

Die Tänze waren uns natürlich alle sehr vertraut, aber wenn man mit so einem Meister seines Faches zusammen ist, scheint jede Bewegung noch ausbaufähig! Daran haben wir gearbeitet:

Langsamer Walzer: Er gilt als der harmonischste Standardtanz und wird häufig zur Eröffnung einer Tanzveranstaltung getanzt. Auch wird er als einer der fünf Standardtänze weltweit auf jedem Standardturnier als erstes gewertet. Er gilt als die „sanfte Form“ des Wiener Walzers und es gibt kaum einen Tanz, bei dem das Paar so im Gleichklang miteinander verschmilzt, die Neigung, der Schwung, das sanfte Abbremsen im ¾-Takt.

Der Wiener Walzer zählt zu den ältesten der bürgerlichen Gesellschaftstänze seit1797. Das „walzen“ im Sinne „von sich drehen“ hat wohl Ende des 18. Jahrhunderts zu dem Namen geführt. Zu Anfang war der Wiener Walzer vor allem wegen der innigen Berührung der Paare in den „besseren Kreisen“ verpönt, setzte sich aber später auch hier durch. Richtig gesellschaftsfähig wurde der Tanz in Wien und bekam dort seinen heutigen Namen. Die hohe Geschwindigkeit und die ständige Drehbewegung machen den Walzer zu einem sehr „sportlichen“ Tanz, für den man eine gute Kondition braucht. Bei kaum einem Tanz gibt es so viele Varianten. Die hohe Geschwindigkeit und die ständige Drehbewegung machen den Walzer zu einem Tanz, dessen optische Leichtigkeit anstrengend erarbeitet werden muss.

Der Tango. Kaum ein Tanz hat so viele Facetten und Stilrichtungen, wie dieser. Er wird zu lateinamerikanischer Musik getanzt, manchmal sind auch Einflüsse des Flamencos mit dabei. Es gibt moderne Varianten, wo auch neue Musik und Jazz eingebunden sind. Selbst in Finnland gehört der Tango zu den Standardtänzen – vielleicht weil er mit dem Ausdruck von Melancholie, Heimweh, Leidenschaft und Schmerz besonders gut zu deren Volksempfínden passt?

Buenos Aires gilt als die Geburtsstadt des Tangos. Entstanden ist er in den Armenvierteln der Stadt in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Es war ein langer Weg von den Bordellen bis in die gehobenen Gesellschaften Europas, von vulgär bis zum ausdrucksstarken Standardtanz, bei dem der Mann ganz subtil führt, vor allem durch Augenkontakt.

Quickstep: Ein Tanz, der Lebendigkeit und Lebensfreude ausdrücken will.  Die Technik des Quicksteps ist der des langsamen Walzers recht ähnlich, hat aber deutlich einen anderen Rhythmus und mehr fortlaufende Bewegungen als Drehungen – eine Variante des Foxtrotts. Dieser Tanz passt gut zu Popmusik, häufig sogar zu Schlagern, wird im Ballsaal genauso getanzt, wie in der Disco und ist damit sehr vielseitig.

Der Cha-Cha-Cha verbreitete sich rasend schnell von Kuba nach Mexiko und von dort in die USA. Dort avancierte der Cha-Cha-Cha quasi über Nacht zum Modetanz des Jahres 1955. Der Cha-Cha-Cha- ist Ausdruck von Unbeschwertheit und guter Laune durch die heitere und stark rhythmische Musik -  ein Flirt zwischen den Tanzpartnern, mal offen, mal zugewandt, spielerisch wegstoßen und sich lachend wieder finden. Der Name kommt übrigens von den schnellen, etwas schleifenden Wechselschritten, die sich schabend wie cha ..cha .. anhören J

Salsa. Entstanden ist der Tanz wohl in spanischen Kolonien vor allem durch Bewegungen zu Trommeln. Die Zuschauer, die keine Trommeln hatten, wurden trotzdem vom Rhythmus mitgerissen. Sie stampften mit den Füßen und klatschten in die Hände. Als Paartanz ist durchaus eine erotische Note zu erkennen: Die Paare präsentieren sich im Tanz, oft mit viel Selbstdarstellung des Mannes. Dabei halten sie nicht unbedingt engen Körperkontakt - die Partner umkreisen sich in vielen karibischen Tänzen ohne Berührung. Salsa kam erst Anfang der 1980er Jahre nach Deutschland, wurde aber sofort vor allem in großen Städten sehr beliebt und fand eine Fangemeinde.

Der Jive kommt aus dem afroamerikanischen Raum und wurde vor allem zu Boogie-Woogie-Rhythmen getanzt. Die Haltung und Führung ist lockerer als bei anderen lateinamerikanischen Tänzen, die Bewegungen fließender, federnder und oft schneller.

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